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Fast jeder Hundehalter kennt es: Da möchte man mit dem Hund gesittet spazieren gehen, hat stattdessen einen Flummy an der Leine, der immer wieder in dieselbe springt oder (fast) ständig vorwärts zerrt. Auf Dauer ist das wenig erfreulich und auch deshalb sinnvoll, schon mit dem Welpen das entspannte Gehen an der Leine zu üben.


Stachel- und Würgehalsbänder sind prinzipiell tabu, da sie Verletzungen und Schmerzen verursachen können, u.a. Beschädigungen der Halswirbelsäule, der Luftröhre, des Bindegewebes und der Haut. Durch falsche Anwendung tritt außerdem eine Gewöhnung ein, die dazu führt, dass der Hund die auftretenden Schmerzen akzeptiert – wenn sie immer oder immer wieder auftreten, lernt er, dass die Schmerzen "normal" sind.

Dies lernt der Hund übrigens auch ohne Stacheln am Halsband, nämlich dass er nur dann vorwärts kommt, wenn er an der Leine zieht. Es gibt verschiedene Methoden der Erziehung zur Leinenführigkeit, die geduldige ist ziemlich stress- und völlig gewaltfrei und bietet sich bei Welpen geradezu an. Der Nachteil ist, dass man viel Geduld und Zeit benötigt und einiges Feingefühl - allerdings ist das sowieso ideal für die Hundeerziehung. Bleiben Sie bei Zug an der Leine sofort (!) stehen und gehen dann – sofort – weiter, wenn der Hund wieder neben Ihnen steht oder wenigstens aufhört zu ziehen (die Leine hängt durch). Ihn zu locken, wenn er "auf Anschlag" steht, ist oft hilfreich. Es kann sein, dass Sie für die ersten Meter eine Stunde benötigen, aber dann wird Ihr Welpe schnell verstehen, dass er nur dann vorwärts kommt, wenn er nicht an der Leine zieht. Sinnvoll ist daher, mit dem Welpen ausgiebig zu spielen, bevor es raus geht, oder ihn zur schnellen "Pinkelpause" nach draußen zu tragen. Das Training ist übrigens sowohl für das Führen am Halsband als auch für das Brustgeschirr geeignet.

Zusätzlich können Sie natürlich – vor allem am Anfang des Trainings – gelegentlich ein Leckerchen reichen, wenn Ihr Welpe tatsächlich mit Ihnen los läuft, ohne an der Leine zu ziehen. Ein gutes Timing ist hier entscheidend (Link Lob).

Wichtig ist, dass Sie systematisch und konsequent arbeiten. Jeder Spaziergang, bei denen Ihr Welpe wieder an der Leine zerrt, beschert Ihnen einen Rückschlag in Ihrem Training. Die besondere Schwierigkeit bei der Erziehung zur Leinenführigkeit liegt damit darin, dass der Hund nicht nur zu Übungszwecken an der Leine gehen muss, sondern auch während des normalen Tagesablaufes, also auf dem Weg zum Einkaufen, Freunde besuchen, Kinder abholen, usw. – und dass wir hier oft große Probleme haben, uns in der Eile auf den Hund und seine Erziehung zu konzentrieren, stehen zu bleiben, wenn er an der Leine zieht, obwohl wir wie so oft keine Zeit haben. Aber die Geduld lohnt sich: Einige wenige Wochen Training erspart Ihnen einen lebenslangen, ausgestreckten "Leinenarm".

Bei erwachsenen Hunden ist oft ein Halti oder der Gentle Leader vorteilhaft, bei quirligen Welpen aber schwierig einzusetzen und kaum in einer so kleinen Größe zu bekommen. Letztendlich ist auch hier geübtes und besonnenes Verhalten wichtig, denn auch ein "Hundehalfter" kann man falsch benutzen, so dass es nicht wirkt oder sogar Schaden anrichtet – bitte informieren Sie sich vor dem Gebrauch ausführlich!