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Gibt es ihn überhaupt, DEN Hundehalter? Immerhin gibt es berechtigte Zweifel über die Eigenschaften DES Hundes. Schließlich sind diese enorm unterschiedlich, selbst innerhalb einer Rasse oder innerhalb eines Wurfes. Trotzdem gibt es einige Eigenschaften, die uns Menschen zum idealen Gefährten aller Fellnasen machen können.

 

Mittlerweile entfernen wir uns vom Herrscher und Despoten, auch im Umgang mit Hunden – zum Glück, denn Unterdrückung und Unterwerfung lassen Hunde kaum zu ausgeglichenen und freundlichen Wesen werden. Im Gegenteil: Denn unterdrücken und verbieten wir jegliches Drohverhalten, wird der Hund in Zukunft vielleicht darauf verzichten – und vielleicht direkt zubeißen, wenn die Situation für ihn etwa unerträglich belastend wird.

Dem Hund jeden Wunsch von den Augen abzulesen, hat ebenfalls seine Tücken, da wir ihm quasi das Zepter in die Hand geben, wenn wir jeder seiner Forderungen nachkommen oder auch nur einigen. Dann dürfen wir uns nicht über "Widerworte" und "Diskussionen" wundern, wenn wir einmal selbst entscheiden möchten, etwa dass der fremde Besucher unsere Wohnung betritt.

Souverän sollte er sein, der ideale Hundehalter, ruhig und ausgeglichen und stets alles im Griff haben – oder zumindest dem Hund gegenüber diesen Anschein erwecken. Selbst die Initiative ergreifen, anstatt sich vom Hund "befehlen" lassen, wann wir Gassi gehen, wann es Essen gibt und wann gestreichelt wird, sind ebenfalls geeignete Maßnahmen, um sich als "Überhund" zu qualifizieren, nach dem Hund sich richten kann. Und dies ist genau des Pudel's Kern. Denn vertrauen Sie einem Chaoten? Jemand, der in zwei Minuten fünf Mal seine Meinung ändert? Jemandem, der auf Komanndo "spring" fragt, wie hoch?

Was sich jetzt vielleicht überheblich anhört, weist auf gute Führungsqualitäten hin, auf Kompetenz. Und das ist es, was sich auch Hunde wünschen – die meisten zumindest. Jemanden, der weiß, wo es lang geht (auch wenn das nicht immer stimmt), der Situationen (richtig) einschätzen kann und Probleme löst anstatt darauf mit Hektik zu reagieren. Klare Ansagen bzw. hundeverständliche Regeln sind hier ebenso wichtig, vor allem in Verbindung mit schnellen Reaktionen und einem guten Timing, denn den Hund alles (!) selbst regeln zu lassen, kann dazu führen, dass Sie demnächst nichts mehr selbst entscheiden dürfen, auch nicht, mit wem Sie sich auf Ihren Spaziergängen unterhalten.

Auch wenn diese Vorstellung viele empört, aber nicht Ihr Hund sollte entscheiden, vor wem er Sie beschützen muss. Es gibt Hunde, die zwischen Spaß und Ernst unterscheiden können, aber das sind Profis, die lange gelernt haben, subtile Signale zu erkennen und zu unterscheiden und sich nicht wie die meisten Hunde allgemein an Geschrei oder hoch erhobenen Armen orientieren – und im Zweifelsfall einen Angriff vermuten.

Also: Bleiben Sie ruhig, aber bestimmt und behalten Sie die Situation im Griff. Seien Sie Ihrem Hund ein guter Partner und Kamerad, auf den er sich verlassen kann, dann können auch Sie sich auf ihn verlassen.