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Berner Wissenschaftler haben Mitte 2009 eine Genmutation entdeckt, die bei Dackeln die Glasknochenkrankheit auslöst, eine gefährliche Erbkrankheit, die Dackelwelpen kein langes Leben ermöglicht. Dieser Fund kann kann sehr hilfreich sein, eine Weiterverbreitung der vererbbaren, fatalen Schädigung zu verhindern.

 

Bei der Glasknochenkrankheit fehlen Knochen und Zähnen die nötige Elastizität, so dass diese bei der kleinsten Belastung brechen. Gleichzeitig können Schwerhörigkeit, Kleinwuchs und Zahnfehlbildungen vorkommen. Sie wurde bisher außer bei Menschen und Dackeln auch beim Collie, Deutschen Schäferhund, Golden Retriever, Pudel, aber auch bei Katzen, Rindern und Schweinen beschrieben. Auslöser ist eine Schädigung des Proteins Kollagen, das für die Elastizität von Knorpel und Knochen verantwortlich ist. Bei Menschen und Hunden werden für die Krankheit bisher Defekte an zwei Genen verantwortlich gemacht. Nun hat Dr. Tosso Leeb, Genetiker der Uni Bern, mit seinen Kollegen bei fünf betroffenen Dackeln die mutierte Form eines weiteren Gens entdeckt, das die gefährliche Erbkrankheit vererbt und auslösen kann und evtl. auch die Ursache für bisher unklare Fälle bei einigen erkrankten Menschen ist. Bei diesen kann die Krankheit sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und von leichten Beschwerden bis zum Tod führen.

An der Glasknochenkrankheit leidende Hunde dagegen werden normalerweise eingeschläfert, weil v.a. die Beine der Welpen sehr instabil sind und die häufigen Knochenbrüche sehr schmerzhaft. Da die Krankheit nur ausbricht, wenn beide Elternteile das defekte Gen tragen, tritt sie zwar nicht häufig auf, kann jedoch über Generationen hinweg vererbt werden. Ein Test kann nun Klarheit verschaffen, welche Dackel Träger der mutierten Form sind. Wenn diese von der Zucht ausgeschlossen werden, sollte auch die Glasknochenkrankheit deutlich seltener auftreten.