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Hundewelpen, die in einer langweiligen und reizarmen Umgebung aufwachsen, neigen als erwachsene Hunde zu Unsicherheit und Angst vor unbekannten Situationen. Andererseits sind Welpen in den ersten etwa 8 Lebenswochen sehr anfällig für Infektionskrankheiten und sollten deshalb sehr behütet aufwachsen. Viele Züchter und Tierheime befinden sich da in einer Zwickmühle. Holländische und englische Forscher haben nun eine Lösung für dieses Problem gefunden.

 

Die Erfahrungen, die junge Hundewelpen (und andere junge Säugetiere) während ihrer ersten Lebenswochen machen, der so genannten sensiblen Phasen, prägen sie für das ganze Leben. Angenehme und ungefährliche Begegnungen und Erfahrungen werden dauerhaft gespeichert, der Hund reagiert später gelassen auf solche Situationen. Fehlen solche wichtigen Erfahrungen, fühlt sich der Hund von ungewohnten Ereignissen oft überfordert. Den Extremfall bilden Welpen, die unter armseligen Bedingungen "produziert" wurden und neben vielen anderen Defiziten auch keine (positive) Ahnung von Menschen, anderen Tieren oder einer komplexen Umwelt haben. Solche Hunde entwickeln häufig eine "Neophobie", die Angst vor Neuem, die nur mit sehr viel Geduld und nur einigermaßen behoben werden kann.

Die Wissenschaftler Jolanda Pluijmakers, David Appleby und John Bradshaw testeten 2010 in einer Reihe von Experimenten das Verhalten von Hundewelpen, die im Alter von 3 bis 5 Wochen Videos anschauen und hören durften. Schon eine 30-minütige "Videoshow" täglich über einen Zeitraum von zwei Wochen führte dazu, dass die Welpen mit diesen Erfahrungen sowohl in bekannten wie unbekannten Umgebungen gelassen reagierten - jedenfalls deutlich gelassener und weniger ängstlich als die gleichaltrigen "Kontrollwelpen", die ohne Videoclips aufwuchsen, wie die Forscher in der Zeitschrift Applied Animal Behaviour Science berichten.

Die Ergebnisse sehen die Wissenschaftler zwar hauptsächlich als Hinweis, dass sich weitere Forschungen auf diesem Gebiet lohnen, zeigen aber auch, dass sich "Schulfunk" für Hundewelpen durchaus auszahlt. Und sie geben verantwortungsvollen Züchtern und Tierschutzorganisationen eine Möglichkeit, Hundewelpen mit vielen wichtigen Informationen zu versorgen, ohne sie aus dem Schutz ihrer sicheren Umgebung reißen oder sie der Gefahr einer Infektion durch Besucher aussetzen zu müssen.

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