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Der Fund eines Kieferknochens in der Schweiz belebt die Diskussion über den Zeitpunkt der Domestikation der Hunde. Der Knochen sei eindeutig der eines Hundes, berichteten im Jahr 2010 die beiden Tübinger Forscher, die ihn analysierten.

 

Gefunden wurde der wertvolle Nachweis schon 1873 in der Kesslerloch-Höhle des Schweizer Kantons Schaffhausen, wurde dann aber zusammen mit anderen archäologischen Fundstücken zunächst archiviert. Erst jetzt wurde er von den Tübinger Archäologen Hannes Napierala und Hans-Peter Uerpmann genauer untersucht, die feststellten, dass der Hund, von dem er stammt, vor 14.100 bis 14.600 Jahren gelebt hat.

Der Fund eines 30.000 Jahre alten Schädels in Belgien, der von einigen Forschern einem – dem frühesten – Hund zugeordnet wird, wirft immer noch Zweifel auf. Kritiker argumentieren, dass die Zähne denen eines Wolfes zu ähnlich seien. Und die Zähne sind die ersten Strukturen, die sich im Laufe der Domestikation verändern, kleiner werden und auch weniger an der Zahl.

Der Kieferknochen aus dem Kesslerloch enthält jedoch einen Reißzahn, der deutlich kleiner ist als solche von prähistorischen und heute lebenden Wölfen, ebenso wie der Kieferknochen selbst. Damit ist klar, dass es sich um ein Haustier handelt, nicht jedoch, wann und wo die ersten Haushunde tatsächlich auftauchten. Domestikation ist immerhin ein langwieriger und nicht scharf abgrenzbarer Prozess. Außerdem ist es denkbar, dass Hunde in verschiedenen Gegenden gezähmt und zum Haustier wurden, nicht nur in China, wie bisher vermutet.

Diese Erkenntnisse werden aber nicht die einzigen sein, die der Kieferknochen liefern wird, genetische Untersuchungen stehen noch an, die mehr über seinen Ursprung verraten sollen, wie die Forscher im Fachmagazin "International Journal of Osteoarchaeology" berichten.