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Kleine Hunderassen unterscheiden sich durch ein spezielles Gen von ihren großen Artgenossen und deren Vorfahren. Forscher aus den USA haben nun eine genetische Ähnlichkeit der "handlichen" Vertreter mit Wölfen aus dem Tigris-Euphrat-Gebiet entdeckt und vermuten mindestens zwei unterschiedliche Ursprünge des Hundes.

 

Die bisher ältesten Hundefossilien stammen aus Belgien, Deutschland und dem Westen Russlands und sind stolze 13.000 bis 31.000 Jahre alt. Diese Hunde waren jedoch alle recht groß und diese großen Vertreter der Art unterscheiden sich auch heute noch genetisch von ihren kleinen Artgenossen, hauptsächlich durch eine spezielle, nur bei kleinen Hunden vorkommende Variante des Gens namens IGF 1.

Wissenschaftler vermuteten daher schon länger eine unterschiedliche Herkunft beider Hundegruppen, obwohl die Abstammung vom Wolf nach wie vor unbestritten ist. Im Nahen Osten, genauer dem Gebiet zwischen Euphrat und Tigris, fanden sich denn auch etwa 12.000 Jahre alte Hundeskelette, also "jünger" als die aus Europa – und allesamt deutlich kleiner, mit einem Gewicht zwischen neun und 30 Kilogramm. Genetische Untersuchungen der dort vorkommenden Wölfe im Jahr 2010 bestätigten die Ähnlichkeit und damit die Abstammung der kleinen Hunderassen von den "Euphrat-Tigris-Wölfen", wie Bild der Wissenschaft berichtet. Das frühere Mesopotamien ist bekannt als fruchtbares Gebiet, in dem viele Haustiere "entstanden", also domestiziert wurden, so wohl auch unsere kleinen Hunderassen, die allesamt die beschriebene Genvariante besitzen. Da sich sehr viele der heutigen Hunde und -rassen jedoch genetisch enorm voneinander unterscheiden, vermuten Forscher schon länger, dass der Wolf mehr als einmal zum Haustier wurde. So haben wahrscheinlich Menschen in Afrika wie in Asien und Europa die Vorzüge des Zusammenlebens mit unseren sozialen Fellnasen schätzen gelernt, die sie noch heute quer durch die Welt begleiten.